Digitalisierung fordert Führung und Innovatoren

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Insbesondere bei der Digitalisierung der Geschäftsmodelle sehen die Unternehmen noch deutliche Ausbaupotenziale. Auf dem Maschinenbau-Gipfel stellt der VDMA eine Studie zum Thema und Praxisbeispiele vor.

Die bisherigen Digitalisierungsaktivitäten im Maschinenbau beziehen sich laut einer 2018 von der RWTH Aachen durchgeführten Studie, für die die erste Führungsebene befragt wurde, vor
allem auf Produkt-, Produktions- und administrative Prozesse. Die Produktinnovation in den Fokus zu stellen, sehen einige Befragte durchaus als großes Risiko. Die Innovationsfähigkeit bei Geschäftsmodellen erweist sich jedoch statistisch als eine der wichtigsten Determinanten des Digitalisierungs- und Innovationserfolgs. Der Mangel an IT-Fachkräften und fehlende zeitliche Kapazitäten sind die größten Hemmnisse der Digitalisierung. In der interdisziplinären
Teamarbeit und in der Führung sieht der Maschinenbau eine Stärke. 

Innovationskraft vorantreiben

Im Rahmen des Forums wird Ingo Lewerendt, Head of Strategic Business Development bei der Basler AG aus Ahrensburg, vorstellen, wie vor allem die Aspekte Kultur, Führung, Prozesse und der Wille zu Investitionen die Innovationskraft bestimmen. Als Hemmnisse sieht das Unternehmen neben zu vielen Regularien und einer zu starken Fokussierung auf den Return on Investment (ROI) unter anderem auch Angst vor Fehlern, begrenzte Ressourcen oder Abteilungsverkrustung. Lewerendt wird in seinem Vortrag ausführlich auf die bei Basler identifizierten Barrieren für Innovation eingehen.

"Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ist die größte Herausforderung."

Praxisvortrag Führung 4.0

Rolf Najork, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, stellt in seinem Vortrag das Thema Führung 4.0 in den Mittelpunkt. Die Vernetzung in flachen Hierarchien erfordert auch ein entsprechendes Management. In der vernetzten Welt sehen sich die Führungsverantwortlichen weniger als Entscheider und Steuerer und mehr als Ermöglicher von innovativen Ideen und deren Umsetzung.

Innovationskultur ist keine Insel

Dr. Till Reuter, Vorstandsvorsitzender der Kuka AG, zeigt, wie das Unternehmen die Innovationsführerschaft in Zeiten des digitalen Wandels bewahrt. Eine innovative Kultur kann trotz notwendiger Paralle lisierung der Standard- und Innovationsprozesse nicht als Insel im Unternehmen funk tionieren. Die Mitarbeiter sollten agile Methoden unternehmsweit kennen und beherrschen. Das soge nannte Not-invented-here-Syndrom sollte vom Management auf ein Minimum reduziert werden – insbesondere dann, wenn es tragfähige Innovationen
in parallelen Unternehmenseinheiten findet.