Globalisierung führen und nicht fürchten

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Die Welt hat sich spürbar gewandelt seit dem ersten Maschinenbau-Gipfel 2005. Auf dem 10. Deutschen Maschinenbau-Gipfel am 16. / 17. Oktober in Berlin stellen sich völlig neue Fragen.

„Deutschland – der kranke Mann Europas“ – dieser traurige Befund beschäftigte die Maschinenbauer, als sie im Jahr 2005 zum ersten Mal zu einem Maschinenbau-Gipfel des VDMA und der Zeitschrift „Produktion“ nach Berlin reisten. Die „Standortfrage Deutschland“ war seiner zeit das Hauptthema und Gerhard Schröder (SPD) noch Bundeskanzler. Eine solche
Standortfrage stellt sich zum Glück nicht mehr, wenn der Maschinenbau-Gipfel im Oktober 2018 zum zehnten Mal die brennenden Themen der Maschinenbau-Industrie adressiert. Denn diese hat längst bewiesen, dass man auch in Zeiten des scharfen globalen Wettbewerbs aus Deutschland heraus erfolgreich forschen, produzieren und in alle Welt verkaufen kann. „Deutschland soll Globalisierung führen, nicht fürchten!“, lautete ein Appell des ersten Gipfels – und er verhallte nicht ungehört. Vieles hat sich seitdem zum Positiven gewandelt, Deutschland ist seit Jahren die Konjunkturlokomotive Europas, und es gibt keine Anzeichen, dass sich dies so rasch wieder ändern wird.

"Noch gibt es keinen globalen Handelskrieg, aber der Ton zwischen den Regierungen wird immer rauer."

Protektionismus auf dem Vormarsch 

Aber vor schweren Herausforderungen stehen die Unternehmer auch 2018, in konjunkturell guten Zeiten. Denn große politische Ereignisse wie der Brexit werfen ebenso einen Schatten auf die künftigen Geschäftsaussichten wie der zunehmende Protektionismus in wichtigen Absatzländern wie den USA oder China. Noch bleibt der Welt ein globaler Handelskrieg erspart, aber der Ton zwischen den Regierungen wird immer rauer. Währenddessen
sucht die EU händeringend nach einem neuen Feuer der Begeisterung in ihren Mitgliedstaaten. Wie positioniert sich ein exportabhängiger Mittelständler in dieser Gemenge lage – das wird eine der zentralen Fragen des 10. Deutschen Maschinenbau-Gipfels sein.

Fokus auf den Antriebsstrang

Die Märkte sind das eine, der technologische und betriebliche Wandel ist das andere – ein Wandel, der sich in der digitalisierten Welt immer mehr beschleunigt. Eine Kernfrage dabei ist: Was bedeutet die Elektrifizierung des Antriebsstrangs für den Maschinenbau? Autobauer, Zulieferer und Maschinenbau-Unternehmer diskutieren die möglichen Szenarien. Was verbirgt sich hinter „Machine Learning“? Und wie führt man in einer Industrie-4.0-Welt die Mitarbeiter? In Praxisvorträgen sollen die Teilnehmer hierzu konkrete Hilfestellungen erhalten.

Schließlich darf der Blick nach vorne nicht fehlen: Wie wird der Nachwuchs künftig für den Maschinenbau gewonnen? Es ist ein Wettbewerb um die besten Köpfe, und dafür braucht es neue Ideen und den Mut zu Strukturveränderungen, auch im eigenen Betrieb. 

Der 10. Deutsche Maschinenbau-Gipfel 2018 wird die Zukunft der Maschinenbau-Industrie von allen Seiten
beleuchten.