Gut aufstellen für den Fachkräftemangel

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Dem deutschen Arbeitsmarkt fehlten im Frühjahr 314 800 MINT-Fachkräfte. Wie Unternehmen der Herausforderung begegnen können, thematisiert das Forum D am 17. Oktober 2018.

Der wirtschaftliche Erfolg und die Innovationsfähigkeit des Maschinen- und Anlagenbaus beruhen maßgeblich auf seinen gut ausgebildeten Fachkräften. Bedingt durch den demografischen Wandel sinken die Schülerzahlen in Deutschland seit einigen Jahren. Gleichzeitig altern Belegschaften. Einer Studie des Instituts Prognos zufolge werden Deutschland innerhalb der nächsten zwei Jahre 1,8 Millionen Arbeitskräfte fehlen, 2030 bereits 3 Millionen. Vor diesem Hintergrund lädt der VDMA auf dem Maschinenbau-Gipfel zum Forum D ein unter dem Motto „Gut aufstellen für den Fachkräftemangel: Nachwuchs gewinnen, Mitarbeiter entwickeln und binden“. Das Forum behandelt die Herausforderungen des Fachkräftemangels und mögliche Gegenstrategien.

Haupt- und Realschulen schrumpfen

Berufsqualifizierende Schulformen wie Haupt- und Realschulen sind vom Rückgang der Schülerzahlen stärker betroffen als Schulformen, die zur allgemeinen Hochschulreife führen. Es ist ein allgemeiner Trend zum Studium zu beobachten. Entsprechend ging in den letzten Jahren die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge kontinuierlich zurück. 2017 war erstmals
wieder ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen (0,6 Prozent). Ob das schon eine Trendwende bedeutet, bleibt abzuwarten.

IT-Fachkräfte ziehen den Maschinenbau als Arbeitgeber noch zu selten in Erwägung.

IT-Fachkräfte händeringend gesucht

Hinzu kommt ein steigender Bedarf an IT-Fachkräften. Leider ziehen die jungen IT-Absolventen
Maschinen- und Anlagenbauer als Arbeitgeber bisher noch zu wenig in Erwägung. Sie träumen
eher von Giganten wie Google oder Apple oder versuchen, in einem spannenden Start-up unterzukommen. 

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, greifen Unternehmen zu vielfältigen Maßnahmen. In der Nachwuchswerbung sind dabei vor allem verstärktes Ausbildungsmarketing, vertiefte Kooperationen mit Schulen sowie Investitionen in mehr und bessere Praktika die häufigsten Mittel der Wahl. Einige spannende Projekte zeigen, dass Unternehmen sogar schon im Kindergarten das Technikinteresse wecken können. Der VDMA bietet dazu eine Best-Practice-
Sammlung im Internet an. 

Um Fachkräfte zu finden und zu binden, versuchen viele Unternehmen, die Attraktivität als Arbeitgeber in der eigenen Region zu steigern. Punkten können sie beispielsweise mit Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, interessanten Fortbildungsmöglichkeiten oder einer besonderen Wertschätzungskultur. Bei der Suche nach geeigneten Fachkräften gewinnen  Online-Strategien für Social Media, Jobbörsen und Arbeitgeberbewertungsportale zunehmend an Bedeutung. Um ihren Bedarf an den besonders knappen IT-Fachleuten zu decken, beschreiten einige Unternehmen gänzlich neue Wege: Sie gründen eigene Startups, um IT-Absolventen anzuziehen und an den Maschinenbau zu binden.