McAllister: „Der Brexit ist nicht mehr zu verhindern“

VDMA

In dieser Woche verhandeln die EU-Regierungschefs in Brüssel unter hohem Zeitdruck über den Brexit und die kommenden Handelsbeziehungen mit Großbritannien.

Einen „historischen Fehler mit schwerwiegenden Konsequenzen“ nannte der Europaabgeordnete David McAllister den britischen EU-Austritt auf dem Maschinenbaugipfel in Berlin. Allerdings ließ der 47-jährige kaum einen Zweifel daran, dass  der Austritt im März 2019 tatsächlich stattfinden wird: „Der Brexit ist nicht mehr zu verhindern, da muss man realistisch sein.“

McAllister ist vom Brexit auch persönlich betroffen, besitzt er neben der deutschen doch auch die britische Staatsbürgerschaft. Verständnis kann der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident dennoch nicht für die Entscheidung der Briten aufbringen. Klar sei: „Ein Land, das nicht mehr zur EU gehört, kann nicht die gleichen Vorteile wie ein Mitgliedsland genießen.“ Allerdings warb McAllister für ein maßgeschneidertes Handelsabkommen, um eine enge Partnerschaft zwischen EU und Vereinigtem Königreich aufzubauen. „Ein Austrittsabkommen ist unbedingt wichtig“, sagte McAllister.
 

„Ein Land, das nicht mehr zur EU gehört, kann nicht die gleichen Vorteile wie ein Mitgliedsland genießen.“

Wichtig wäre eine Einigung in den Brexit-Verhandlungen auch für den Maschinenbau. Allein im ersten Halbjahr 2018 beliefen sich die Exporte in das Vereinigte Königreich auf 3,7 Milliarden Euro, zudem sind britische Unternehmen fest in die Wertschöpfungsketten eingebunden. Treten die Briten aus EU und Zollunion aus, würde sich dieser Austausch spürbar erschweren. Allerdings hat der Maschinenbau stets deutlich gemacht, dass Zugeständnisse an Großbritannien nicht den Binnenmarkt beschädigen dürfen – in die gesamte EU gingen in den ersten sechs Monate Exporte im Wert von 40 Milliarden Euro.

Dass es bereits beim EU-Gipfel in dieser Woche eine Einigung geben wird, glaubt McAllister nicht – Hoffnung setzt der CDU-Politiker dagegen auf den geplanten Sondergipfel Mitte November. Allerdings mahnte McAllister Großbritannien zu mehr Kompromissbereitschaft und erinnerte: „Wir haben nicht um diese Trennung gebeten. Das Vereinigte Königreich verlässt die EU, nicht umgekehrt.“ Konstruktive Zusammenarbeit sei notwendig, um die komplizierten Probleme, etwa in der Frage über die irische Grenze, zu lösen. McAllister sagte: „Der Brexit ist nicht die Quadratur des Kreises, sondern die Kugelmachung des Würfels.“

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