VDMA: China und USA steuern in die falsche Richtung

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Der Handelsstreit zwischen den beiden weltgrößten Wirtschaftsmächten belastet zunehmend auch den Maschinenbau in Deutschland. Eine neue Studie des VDMA zeigt: China bleibt ein von politischer Intervention geprägtes Wirtschaftssystem.

Die Auswirkungen des Handelsstreits der USA mit China bekommen auch die Maschinenbauer in Deutschland zunehmend zu spüren. Insbesondere Firmen, die in China für den amerikanischen Markt produzieren, sind von den Strafzöllen auf breiter Front betroffen. „Der Handelsstreit sorgt aber auch insgesamt für eine wachsende Verunsicherung im Welthandel“, sagte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker in einem Pressegespräch auf dem 10. Deutschen Maschinenbau-Gipfel in Berlin. „Noch haben wir das Ziel vor Augen, die Produktion im Maschinenbau in diesem Jahr um real 5 Prozent zu steigern, aber es wird schwierig“, ergänzte er. Von Januar bis einschließlich August haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ihre Produktion um real 3,2 Prozent erhöht. Für 2019 gehen die VDMA-Volkswirte von einer nachlassenden Dynamik aus und erwarten ein Produktionswachstum von real 2 Prozent.

China rückt in Exportrangliste wieder auf Platz 1
China und die Vereinigten Staaten sind die wichtigsten Einzelmärkte für die Maschinenbauer in Deutschland. Nach sieben Monaten des laufenden Jahres hat die Volksrepublik ihren Spitzenplatz in der Exportrangliste wieder mit knappem Vorsprung vor den USA zurückerobert. Zwischen Januar und Juli wurden aus Deutschland Maschinen und Anlagen im Wert von 10,94 Milliarden Euro exportiert, in die USA waren es 10,92 Milliarden Euro. Zusammen stehen beide Länder für 21,5 Prozent aller Maschinenexporte aus Deutschland. Umso wichtiger ist es für die mittelständische Maschinenbauindustrie, dass der Marktzugang in beide Länder offen bleibt. „Leider geht die Entwicklung sowohl in China, als auch in den USA in die falsche Richtung“, urteilte der VDMA-Präsident. Während die USA mit Strafzöllen und der Drohung von extraterritorialer Rechtsanwendung den freien Handel beeinträchtigen, bleibt China unverändert eine von Staatseingriffen geprägte Wirtschaft, die sich der für eine Marktwirtschaft nötigen Öffnung verweigert. Der VDMA sieht daher die EU am Zug: sowohl die Verhandlungen mit China über ein Investitionsabkommen als auch mit den USA über ein Freihandelsabkommen müssen mit aller Kraft vorangebracht werden, fordert der Verband.

„Leider geht die Entwicklung sowohl in China, als auch in den USA in die falsche Richtung.“

Studie „Chinageschäft der Zukunft“
In einer neuen Studie „Chinageschäft der Zukunft“ zeigt der VDMA auf, dass die deutschen Maschinenbauer zwar nach wie vor große Marktchancen in der Volksrepublik haben. Hierbei hilft insbesondere die Technologieführerschaft in wichtigen Feldern wie der Automatisierung oder der Umwelttechnik. Die Wettbewerber aus China dringen allerdings zunehmend ins High-End-Segment des Maschinenbaus vor und werden damit zu direkten Konkurrenten der deutschen Mittelständler. Chinesische Unternehmen können dabei vielfach auf staatliche Unterstützung – etwa durch Subventionen oder in der restriktiven Auftragsvergabe auf dem heimischen Markt – zählen. „Insbesondere die Finanzierung von chinesischen Unternehmen muss transparenter werden, um Wettbewerbsverzerrungen zu verringern“, forderte Welcker. „Auch der Kampf gegen Plagiate und Know-How-Diebstahl muss von der chinesischen Regierung viel ernsthafter geführt werden“, ergänzte er. Die Studie „Produktpiraterie 2018“, die der VDMA zur Hannover Messe vorgestellt hat, ergab, dass die meisten Fälschungen im Maschinenbau nach wie vor aus China stammen.

Eine Zusammenfassung der VDMA-Studie „Chinageschäft der Zukunft“ finden Sie im Anhang.

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