Ja zur CO2-Bepreisung – aber richtig

VDMA

Die Bedeutung von Klimaschutz bestreitet heute kaum noch jemand – genauso wenig, dass auch die Industrie ihren Beitrag dazu leisten muss. Umstritten ist hingegen die Frage, wie Unternehmen zum Klimaschutz motiviert oder verpflichtet werden sollen.

„Benötigt erfolgreicher Klimaschutz eine CO2-Bepreisung?“, lautete die Frage des Gipfelgesprächs am zweiten Tag der Veranstaltung. Zumindest auf der Bühne des Maschinenbaugipfels war die Antwort ein grundsätzliches „ja“ – allerdings müsste ein entsprechendes System richtig ausgestaltet sein.

Michael Hetzer, Geschäftsführer des Sensortechnikanbieters elobau GmbH, investiert jetzt schon mehr in den Klimaschutz, als es gesetzlich nötig wäre. Dazu gehören zum Beispiel klimaschonende Gebäude oder die Verwendung von Ökostrom. Trotzdem setzt sich Hetzer für Eingriffe durch die Politik ein. „Heute kostet es nichts, das Weltklima zu belasten, und die Gemeinschaft muss es ausgleichen“, sagte er. Dieses Problem ließe sich umfassend durch politische Maßnahmen lösen.

Auch Dr. Roland Busch, Chief Technology Officer der Siemens AG, bestätigte, dass Eigeninitiative und Kundendruck allein nicht reichen für die Verbreitung klimaschonender Technologien. „Ich glaube, dass CO2 einen Preis hat“, sagte er. Allerdings verwies Busch darauf, dass die gesamte EU nur für rund 10 Prozent der weltweiten CO2-Emmissionen verantwortlich sei – nationale Alleingänge seien daher nicht zielführend. Auch müssten Preissysteme marktorientiert sein und dürften nicht einzelne Technologien bevorzugen oder ausschließen.

„Viele Unternehmen in unserer Industrie haben gemerkt: Der Klimaschutz bietet auch Chancen.“

Stefan Kapferer, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, mahnte an, dass ein entsprechendes System nicht nur einzelne Sektoren berücksichtigen dürfe. „Die Energiewirtschaft, der Gebäudesektor und die Industrie haben in der Vergangenheit schon CO2-Minderungen erzielt. In der Landwirtschaft oder im Transportsektor ist das nicht in dieser Form passiert“, sagte Kapferer. Der Grund sei, dass es in diesen Sektoren eben noch keine Instrumente wie das Emissionshandelssystem gebe.

Die Bedeutung von Planungssicherheit in der Klimapolitik stellte Matthias Zelinger heraus, Energiepolitischer Sprecher des VDMA. Unternehmen wollten wissen, ob es sich für sie auszahlt, wenn sie in klimaschonende Technologien investieren. „In Deutschland wissen viele nicht mehr, was langfristig gilt“, kritisierte Zelinger. Er wies auf darauf hin, dass gerade der Maschinenbau von einer stärkeren Nachfrage nach klimaschonenden Lösungen profitieren würde: „Viele Unternehmen in unserer Industrie haben gemerkt: Der Klimaschutz bietet auch Chancen.“